Ausbildung und Weiterbildung im Dienstleitungsbereich Pflege

Wir sehen Pflege als eine Schlüsselqualifikation, die Herausforderungen der Zukunft an eine kompetente und professionelle Versorgung Pflegebedürftiger angemessen zu bewältigen.

Pflege ist als moderner Dienstleistungsberuf im 21. Jahrhundert auf dem Weg, mehr zu sein als "Pflege mit Herz und Verstand". Allein eine soziale Einstellung reicht schon lange nicht mehr für eine angemessene Versorgung Pflegebedürftiger. Es braucht Menschen, die aktiv Verantwortung übernehmen wollen und dies in individuelle Pflegekonzepte umsetzen können.

Bereits heute und verstärkt in der Zukunft werden wir auf Pflegebedürftige treffen, die medizinisch "aufgeklärter" sind und Leistungen sowie Kosten hinterfragen. Dies bedeutet sowohl in der Ausbildung wie in der Weiterbildung, bei den Lernenden ein hohes Maß an kommunikativen Fähigkeiten zu entwickeln, damit Leistungen für Pflegebedürftige transparent werden und ihre Bezugspersonen in den Entscheidungsprozess integriert werden.

Gleichzeitig verändern sich die Strukturen unseres Gesundheitssystems. Dies stellt die Versicherten stärker in den Mittelpunkt und fordert ein angemessenes Maß an Eigenleistung zur Gesunderhaltung. Entsprechende Beratungsstellen helfen den Versicherten dabei, sich im Dschungel des Gesundheitssystems über Möglichkeiten und Alternativen der Versorgung im Fall der Pflegebedürftigkeit zu informieren. Dies setzt bei den Pflegenden umfassende Kenntnisse zu den Leistungen des Sozialversicherungssystems voraus, damit diese die Pflegebedürftigen auch erhalten.

Die oben kurz skizzierten Entwicklungen sind eingebettet in den sich vollziehenden demographischen Wandel unserer Gesellschaft, der sich wie folgt darstellen lässt:

  • Zunahme der älter werdenden Menschen im Verhältnis zur heranwachsenden Generation,
  • Zunahme der Zahl hochaltriger Menschen,
  • Zunahme der Zahl alter Menschen mit Migrationshintergrund.

Für diese Menschen scheidet eine Rückkehr in ihr Heimatland meistens aus, da ihre Familien in Deutschland verwurzelt sind und ihr Heimatland ihnen fremd geworden ist. Pflegebedürftigkeit macht auch vor ihnen nicht halt. So ist die Dienstleitung Pflege stark von einer bisher nicht gekannten kulturellen Vielfalt geprägt. Eine Vielzahl von Auszubildenden mit Migrationshintergrund und eine zunehmenden Zahl von pflegebedürftigen Migrantinnen und Migranten erfordern nicht nur in den Pflegeberufen Akzeptanz und Respekt der Kulturen und ihrer Lebensweise.

In Bezug auf Aus-, Fort- und Weiterbildung gilt es daher für uns, alle Inhalte auch bezüglich ihres kulturellen Aspektes zu bearbeiten und zu vermitteln. Dies ist uns ein besonderes Anliegen.