Kann ich die Ausbildung auch mit 16 Jahren beginnen?

Ja, der Gesetzgeber hat keine Altersbeschränkung genannt. Bei allen Auszubildenden unter 18 Jahren wird somit auch das Jugendarbeitsschutzgesetz angewendet.

Gibt es eine Altersbegrenzung nach oben? 

Formal nicht. Die Ausbildung mit 50 + zu beginnen kann im Einzelfall durchaus Sinn machen, wenn auch ein Ausbildungsbetrieb gefunden wird, der sich darauf einlässt.

Ist vor der Ausbildung ein Praktikum vorgeschrieben?

Nein, der Gesetzgeber verlangt kein Praktikum vor Beginn der Ausbildung. Wenn Sie jedoch noch nie in der Pflege gearbeitet haben und auch noch keine pflegerischen Erfahrungen aus dem Bereich Ihrer Familie/Bekanntenkreis mitbringen, kann ein Praktikum hilfreich sein. Manche Betriebe möchten Sie auch vorher kennen lernen oder möchten vorher wissen, wie Sie sich in der Praxis "anstellen", bevor Sie Ihnen eine Zusage geben. Entscheiden Sie, wie wichtig Ihnen die Ausbildung ist und welche Alternativen Sie haben.

Bin ich nach der Ausbildung eine Pflegefachkraft?

Ja! Eine Pflegefachkraft ist ein/e dreijährig ausgebildete/r Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Das bedeutet, dass Sie nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung in der Lage sein werden,

  • individuelle Pflegekonzepte in Form von Pflegeplanungen zu erstellen,
  • alle behandlungspflegerischen Tätigkeiten selbständig auszuführen,
  • Hilfskräften (Altenpflege-, Krankenpflegehilfe und darunter in der Pflege) und Auszubildenden Aufgaben zu delegieren,
  • neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Pflege an Ihre Arbeit anzupassen,
  • Netzwerke im Kontext einer angemessenen Versorgung Pflegebedürftiger zu begründen oder in Diesen entsprechend der Aufgabenstellung mitzuarbeiten;

Finden auch externe Praktika statt?

Ja. Je nach dem, mit welchem Betrieb Sie einen Ausbildungsvertrag haben, findet ein vom Gesetzgeber gefordertes Praktikum (in der Regel mindestens 8 Wochen) entweder in einer stationären Altenpflegeeinrichtung oder in einem ambulanten Pflegedienst statt. Über weitere Praktika (z.B. Krankenhaus mit geriatrischer und/oder gerotopsychiatrischer Abteilung, Rehabilitationseinrichtung, Wachkomastationen oder spezielle Dementeneinrichtungen oder Hospizeinrichtungen) entscheidet Ihr ausbildender Betrieb.

Muss ich für die Schule Geld bezahlen?

Nein. Die Schule wird im Rahmen der Kostenausgleichsverordnung in Hessen vom Staat bezahlt. Das heißt, jede Schule erhält für jeden Auszubildenden einen festen Betrag, über den die Schule finanziert wird.

Wie verläuft die Abschlussprüfung?

Die Ausbildung in der Altenpflege endet mit einer praktischen, einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung, in denen Ihre Kenntnisse aus drei Jahren Ausbildung geprüft werden. Vor der praktischen Prüfung müssen Sie schriftlich eine sogenannte Pflegeplanung für den von Ihnen zu versorgenden Pflegebedürftigen vorlegen, in der Sie Ihre Pflegemaßnahmen begründen. Die schriftliche Prüfung findet an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu unterschiedlichen Lernfeldern statt. Mit der mündlichen Prüfung, die in der Regel an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfindet, schließt die Ausbildung ab.

Werden während der Ausbildung auch Leistungsnachweise gefordert?

Ja. Die Leistungsnachweise werden in Form von a) Klausuren, also schriftlichen Arbeiten, b) in Form von Projektarbeiten mit anschließender Präsentation und c) auch in Form von Referaten von Ihnen gefordert. Im Falle von b) und c) können auch Gruppenarbeiten abgegeben werden.

Gibt es Zwischenprüfungen oder Zwischenzeugnisse?

Ja. Am Ende eines Ausbildungsjahres erhalten Sie jeweils ein Jahreszeugnis. Das Jahreszeugnis enthält Noten auf der Basis von Leistungsnachweisen in den verschiedenen Lernfeldern des theoretischen Unterrichts und eine Note über die Leistungen aus der praktischen Ausbildung. Die jeweiligen Noten der praktischen Ausbildung setzen sich aus Noten im Rahmen des praktischen Unterrichts und der Vorschlagsnote des Ausbildungsbetriebs zusammen. Die Noten der Jahreszeugnisse werden addiert und bilden die Grundlage der Vornoten, mit denen Sie in die Abschlussprüfung gehen.